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Direkt Marketing 10-2007 Report Direktvertrieb
Kommentar Königsdisziplin von Christopher Funk
Wenn der Begriff
Direktvertrieb allein besetzt wird vom persönlichen Verkauf an Konsumenten,
dann wurmt das den Kenner gehörig, denn diese Art des Vertriebes ist natürlich auch
unverzichtbar im Bereich der Geschäftskunden - sie ist quasi das Schmieröl im
Wirtschaftsgetriebe. Gerade deswegen ist der Boom im Konsumentenbereich ein
sehr begrüßenswerter Trend, denn die hunderttausenden Verkäufer, die Millionen
Kunden zu positiven Kauferlebnissen verhelfen, sind gleichsam als Botschafter
für die gesamte Disziplin der Verkäufer tätig und können zu einem wichtigen
Imagewandel beitragen. Verkäufer" - schon das Wort
ist für viele hierzulande negativ besetzt. Es weckt sofort Assoziationen mit
Begriffen wie Drücker" oder Vertreter", also mit jemandem, der mir etwas
aufzwingt, was ich gar nicht haben will - jemandem, den ich loswerden muss. In
der allgemeinen Presse kommen Verkäufer meist im Zusammenhang mit hinterhältigen
Telefongeschäften oder Haustürüberrumpelungen vor. Auch die meisten Erlebnisse im
Einzelhandel tragen nicht gerade zu einer Aufwertung dieses Bildes bei - echtes
Verkaufen findet im Laden leider nur in Ausnahmen statt. Kein Wunder - es gibt
hier auch viel zu wenige echte Verkäufer. Nun aber kann sich das Blatt
wenden, denn ein Heer von kompetenten und einfühlsamen Verkäuferinnen und
Verkäufern verschafft uns angenehme und positive Kauferlebnisse - Kunde sein
ist plötzlich so einfach und schön. Verkaufen heißt eben nicht -
zuschlagen und abhauen. Echtes Verkaufen heißt, den Kunden und seine
individuelle Situation verstehen, seine Bedürfnisse oder Probleme erkennen und
ihm dabei zu helfen, zu bekommen, was er möchte oder braucht. Um wie viel
einfacher könnte unser Leben sein, wenn dies in viel mehr Bereichen der Fall
wäre. Das auch und gerade Frauen in dieser Disziplin punkten, sollte uns nicht
überraschen - sie sind im Vergleich oft die besseren Verkäufer. Wer gelernt hat, richtig zu
verkaufen und gut darin ist, hat die Königsdisziplin des Vertriebes gemeistert.
Daher ist es nicht verwunderlich, das viele Unternehmen für ihren
Geschäftskundenvertrieb gerne jemanden von Vorwerk, Bertelsmann, Würth etc. einstellen,
denn die wissen wie es geht". Viele Führungskräfte haben in solchen Boot Camps
des Vertriebes das direkte, persönliche Verkaufen gelernt und sich damit
wichtige Weihen und Kernkompetenzen für ihre Karriere erworben. Gerne würden wir auch im
Bereich des (B2C-) Direktvertriebes mehr Verkäufer in Festanstellung mit
solider Ausbildung und konkreten Weiterentwicklungsmöglichkeiten sehen, die
dies als Beginn und wichtige Station ihrer Karriere begreifen. Auch wenn sie
nicht im Vertrieb bleiben, sondern in andere Unternehmensbereiche wechseln -
alle Segmente profitieren von Mitarbeitern, die wissen, was Kundenkontakt und
echtes Verkaufen bedeutet und ausmacht. Mehr Verkäufer aus der
Königsdisziplin, die Verkauf zu etwas positiven, angenehmen und nachgefragten
machen, sind uns allen zu wünschen. Denn, um den Slogan von Tupperware
aufzugreifen: Es gibt wohl kein besseres Wirtschaftsprogramm, als wenn mehr
Kunden von mehr Verkäufern gerne kaufen. erschienen in Direkt Marketing 10-2007
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