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+ + Erschienen in der Netzeitung am 22.02.2008 + +
Hidden Champions: Attraktive Jobchancen im Verborgenen -auszugsweise- Zu BMW wollen alle, Mittelständler aber tun sich bei der
Mitarbeitersuche schwer. Dabei haben viele als Arbeitgeber Einiges zu
bieten, wie Midia Nuri feststellte.
Wer sich bei Jobeinsteigern umhört, bekommt
die stets gleichen Namen als Wunscharbeitgeber genannt: BMW, Porsche
oder etwa Adidas führen die Rankings an. Doch wer sich bloß auf diese
bekannten Namen konzentriert, vergibt manche berufliche Chance. Zum
einen, weil der Andrang auf die Konzerne groß ist – allein bei Siemens
schwimmen stets aktuelle Daten von rund 75.000 Bewerbern im Talentpool.
Zum anderen aber, weil viele weithin unbekannte Mittelständler
händeringend nach guten Mitarbeitern suchen – und als Arbeitgeber oft
attraktive Möglichkeiten bieten.
Zahlreiche Mittelständler führen ihren
jeweiligen Markt an, teilweise weltweit, doch werden sie von der
Öffentlichkeit kaum beachtet. Diese so genannten Hidden Champions haben
bei ihren Kunden und Branchenkennern einen exzellenten Ruf. Doch zu den
Stellensuchenden spricht sich der erst langsam herum. Jeder dritte
Mittelständler glaubt, dass der Mangel an Fach- und Führungskräften das
Wachstum seines Unternehmens künftig behindern könnte, ergab eine
Studie der Unternehmensberatung BBDO Consulting. Der Bundesverband Informationswirtschaft (Bitkom) fand in einer Umfrage heraus, ... (...) Auch Quereinsteiger haben abseits der Konzerne
oft bessere Chancen. Vor wenigen Jahren stellte Frank Orschler,
Geschäftsführer der Königsee Implantate GmbH, eine Bankangestellte als
Außendienstmitarbeiterin ein. Normalerweise vertreiben gelernte und
erfahrene OP-Schwestern die von den 125 Mitarbeitern hergestellten
Platten und Schrauben, mit denen Knochenbrüche schneller heilen sollen.
Doch gute Verkäufer sind schwer zu finden, und die Ex-Bankangestellte
überzeugte Orschler, weil sie sich vor dem Bewerbungsgespräch bestens
informiert hatte. Daher schickte er sie nach der Einstellung ein paar
Monate lang in Anatomieschulungen und zum Hospitieren in
Operationssäle. «Heute ist sie unsere beste Verkäuferin», freut er sich.
Bei kleinen oder mittelständischen Unternehmen
ist auch der Job selbst oft befriedigender als in Konzernen. Nicht nur
wegen des oft familiären Umgangstons. «Der Handlungsspielraum ist viel
größer und es lässt sich mehr bewegen», sagt Michael Stiehl,
Geschäftsführer des Freudenberger Möbelherstellers Rauch, der zuvor für
den Autobauer Daimler tätig war. «Im Mittelstand geht es nicht so sehr
darum, was jemand darf, sondern was jemand kann», pflichtet Guido
Huberti bei, Geschäftsführer des Personalberatungsunternehmens Xenagos.
Das würde Personalerin Wriedt sofort unterschreiben. Die gelernte
Industrie- und Personalkauffrau leitet den weltweiten Personalbereich
bei Weinmann ohne Studium. (...)
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