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absatzwirtschaft Sonderheft Vertrieb 2006 zum Vertriebsmanagement (09.05.2006):
Sales Heros Wanted! (auszugsweise)
Von
Vera Hermes In
kaum einem anderen Bereich lässt sich so schnell Karriere machen wie im
Vertrieb. Die Verdienstmöglichkeiten sind enorm. Warum suchen Unternehmen
dennoch händeringend nach talentiertem Nachwuchs? Wie können Unternehmen die
besten Leute finden und binden? Und worin unterscheidet sich der Superverkäufer
vom normalen Vertriebler?
Eine
Cocktail-Party: Gut gekleidete Menschen lernen sich kennen, jemand fragt:" Und
was machen Sie?" Wer jetzt sagt „Ich bin Verkäufer", wird aller Voraussicht
nach skeptisch gemustert und, wenn er Pech hat, für den Rest des Abends
gemieden. Deshalb wird der Gefragte antworten, er sei Account Manager oder Key
Account Manager oder Sales Professional oder Privatkundenberater oder Area
Sales Manager. Klingt gesellschaftsfähig und einfach besser als „Verkäufer"
oder - noch schlimmer - „Handelsvertreter". Oder gar „Außendienstmitarbeiter".
Verkaufen
hat in Deutschland immer noch ein schlechtes Image. Das ist ein Grund, warum
der Nachwuchs fehlt. Dabei gründet das schlechte Image auf Vorurteilen. Verkauf
und Vertrieb sind die Wachstumsbringer schlechthin. Ohne sie ist alles nichts.
Im Gegensatz zu Azubis und Studenten haben die Unternehmen dies längst gemerkt,
und deshalb sind die Perspektiven für Vertriebsmitarbeiter geradezu rosig: Die
Jobbörse Stepstone hat im vergangenen Jahr in einer Studie festgestellt, dass
die Nachfrage nach Vertrieblern in Deutschland steigt. Demnach zählen sie
gemeinsam mit Ingenieuren - noch vor den IT-Experten - zu den knappsten
Ressourcen. Rund ein Drittel der Personalentscheider hat Probleme, Stellen im
Vertrieb zu besetzen. Derzeit aktualisiert Stepstone die Studie, exakte
Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber so viel steht schon fest: Der Trend,
dass Vertriebsspezialisten zu den gefragtesten Fachkräften zählen, wird sich
auch in diesem Jahr fortsetzen.
Die
Online-Stellenbörse stellenanzeige.de hat bereits im Dezember 2004 wegen der
großen Nachfrage nach Vertriebsfachleuten eine Spezialstellenbörse für
Vertriebsberufe ins Netz gestellt. Die Plattform http://vertrieb.stellenanzeigen.de
verzeichnet in diesem Jahr monatlich rund 2000 Stellenangebote für
Vertriebsprofis. „Die Unternehmen spüren, dass es mit der Konjunktur wieder
bergauf geht, und bauen ihre Vertriebsmannschaften aus, um dabei zu sein und
Umsatz machen zu können, wenn es richtig los geht", sagt Michael Weideneder,
Geschäftsführer von stellenanzeigen.de.
Besonders
in den Branchen Pharma, Finanzdienstleistungen, Maschinenbau,
Informationstechnologie sowie Telekommunikation herrscht derzeit eine starke
Nachfrage. Außerdem setzen Spezialbranchen auf Wachstum durch Vertrieb: „Das
sind oft Hidden Champions, Weltmarktführer, von denen noch niemand gehört hat
zum Beispiel in der Sensorik oder der Lasertechnik. Diese Unternehmen sind sehr
erfolgreich, wollen weiter wachsen und suchen dafür Vertriebsprofis", berichtet
Christopher Funk, Geschäftsführer des Unternehmens Xenagos, das sich auf das
Recruiting von Vertriebskräften spezialisiert hat. Diese Spezialbranchen haben
es besonders schwer, da sie in aller
Regel nach Vertriebsingenieuren suchen - allerdings wollen Menschen, die
jahrelang Ingenieurwesen studiert haben, nicht unbedingt verkaufen. „Vertrieb
und Ingenieur - das ist eigentlich ein Widerspruch in sich", sagt Christopher
Funk. Ein Vertriebsmitarbeiter müsse über kommunikative Fähigkeiten verfügen
und einen Abschluss herbeiführen können, und das sei dem Wesen von Ingenieuren
- um hier mal unzulässig zu verallgemeinern - eher fremd. [...] absatzwirtschaft: http://www.absatzwirtschaft.de
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